Geburtstage und Lebensmittelallergien

Geburtstage und Lebensmittelallergien

Es gibt Tage, da plätschert das Leben munter und fröhlich dahin, wie ein kleiner Bach im Sommer. Alles fühlt sich gut an und man fühlt sich richtig wohl in seiner Haut.

Man ist glücklich und zufrieden. Man lebt im Einklang mit seinem Körper und seiner Energie. Jede Zelle fühlt sich gut an und ist zufrieden.

Und dann gibt es diese Tage, genannt Geburtstage. Ein so alter Brauch, dass man sich wundert, dass er immer noch existiert.

Ich spreche hier von den Geburtstagsfeiern, die zu Ehren des Geborenen jedes Jahr immer wieder aufs neue gefeiert werden und bei dem sämtliche Verwandte und angeheiratete und manchmal sogar entfernt Verwandte, die man das ganze Jahr über eigentlich gar nicht sieht und zu denen man keinen Kontakt hat, eingeladen werden.

Für Menschen mit bestimmten Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten jedes Mal eine Herausforderung. 

Früher ein schöner Brauch, aber heute?

Nun mag es früher sicher ein schöner Brauch gewesen sein. Es gab ja weder Telefon noch Internet. Kein Fernsehen und kein Radio. So hatte man eine Gelegenheit sich endlich einmal wiederzusehen und den neuesten Klatsch und Tratsch zu erfahren.

Denn das Reisen war wahrlich schwer und anstrengend, ohne Auto oder Zug. Jedoch muss man sich die Frage stellen, ob solche Feiern heute noch zeitgemäß sind oder ob sie für den einen oder anderen doch nur eine enorme psychische und körperliche Belastung darstellen.

Denn von Freiwilligkeit kann kaum die Rede sein. Die Einladung kommt und man hat sie anzunehmen. Bereits das Ablehnen würde ja den Gastgeber beleidigen. Und obwohl man keine Lust hat lässt man sich breit schlagen, macht gute Miene zum bösen Spiel und hofft eigentlich nur, dass es schnell vorbei geht.

Die Gästeliste mag groß oder klein sein, eines ist immer gewiss: es gibt stets Verwandte/Bekannte, die man lieber meidet und denen man am liebsten nicht über den Weg laufen möchte.

Und obwohl jeder gern woanders wär, wird eisern an diesem Brauch festgehalten.

Geburtstage und Lebensmittelallergien - Mince Pie

Schlemmen bis einem schlecht wurde

Aber das eigentliche Problem sind ja nicht die Gäste, sondern das Essen. Früher wurden Geburtstage genutzt, um das Beste vom Besten aufzutafeln. Um zeigen zu können, welche tollen Back- und Kocheigenschaften die Hausherrin hat und um das feine Service heraus holen zu können.

Es wurde so richtig geschlemmt, bis einem schlecht wurde. Aber auch dafür gab es das passende Mittelchen. Es wurden verschiedene Liköre, Kräuterschnäpse und Weine – leicht und schwer – angeboten und natürlich sagte man nicht nein, denn man wollte den Gastgeber ja nicht verärgern.

Je später die Stunde, um so höher der Alkoholspiegel

Mit zunehmender Stunde stieg natürlich der Alkoholspiegel und es wurde geträllert und gesungen. Oder der ein oder andere unanständige Witz erzählt. Aber damals hatte auch kaum jemand Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergieen geschweige denn einen gestörten Stoffwechsel.

Vielleicht hatte der ein oder andere Probleme mit der Galle, aber das wurde einfach mit Alkohol betäubt und gut wars.

Heutzutage sieht jedoch alles ein bisschen anders aus. Das Internet bestimmt unseren Alltag und in den sozialen Medien flüchten wir in fremde Länder und Kulturen.

Wir tauschen uns sogar mit Menschen aus, die auf der anderen Hälfte der Erdkugel leben. Wir probieren Rezepte aus Ländern, in denen wir nie gewesen sind und kennen die Krankheiten und Leiden vom englischen König.

Wir sind ständig verbunden mit irgendwelchen Menschen, sei es virtuell oder in echt. Noch nie gab es so viele verschiedene und bezahlbare Möglichkeiten zu reisen. Reisen von 500 km sind heutzutage ein Katzensprung.

Bilder und Entwicklungen vom Nachwuchs werden per Whatsapp in der Familiengruppe hochgeladen, sodass es jeder sehen kann.

Eigentlich hat man sich fast nichts zu erzählen

Und sitzt man sich dann doch einmal beim realen Geburtstagstreffen gegenüber, hat man sich fast nichts zu erzählen, da man ja permanent verbunden und im Austausch ist.

Ein peinliches Schweigen betritt den Raum, dass man nur durch ein räuspern oder „wie wird das Wetter morgen?“ unterbrechen kann.

Hinzukommt das riesen Angebot an fertigen Kuchen und Torten aus dem Kühlregal. Die kluge Hausfrau backt nicht mehr selber, sondern kauft nur noch ein. Das spart Zeit für andere Sachen und man steht nicht mehr stundenlang in der Küche. 

Dass man die Gäste damit jedoch vergiftet wird entweder in Kauf genommen oder ungläubig abgestritten.

Nun gibt es in unserer heutigen Zeit immer mehr Menschen mit Lebensmittelallergien aufgrund der Industralisierung, Amalgamfüllungen, Umweltpestiziden, Abgasen und Fertiggerichten, welche jedoch das Nachsehen haben.

Denn oftmals kann sich der Gastgeber nicht so einfach umstellen oder glauben, dass man gewisse Sachen nicht verträgt. 

So wird verharrt im ewig steten gleichen Angebot an Kuchen, Schnittchen, Torten und man hat die Wahl zwischen Verzicht und lebenslanger Ausgestoßener zu sein oder dem Essen und Nebenwirkungen sowie hinterher einer 6 wöchigen Kur, um den Körper wieder einigermaßen hinzubekommen.

Manche Gastgeber passen sich an

Sicher gibt es auch schon den ein und anderen Gastgeber, der sich versucht umzustellen und an die Wünsche der Gäste anzupassen, was lobenswert zu erwähnen ist.

Aber dennoch gibt es trotzdem immer wieder Konflikte, denn oftmals wird sich nicht alles gemerkt, worauf der Gast allergisch ist oder man benutzt falsche Ersatzstoffe, die am Ende noch schädlicher sind, als das eigentliche Produkt.

Geburtstag Bacon

Und was macht es für einen Sinn, an alten überholten Traditionen festzuhalten, wo jeder nur noch aus Höflichkeit erscheint, man sich aber eigentlich nichts zu sagen hat und im Geiste bereits beim nächsten Urlaub oder Garten Projekt ist?

Traditionen gehen lassen

Manche Traditionen dürfen ruhig einmal gehen gelassen werden und Platz machen für neue. z. B. ein lockeres Picknick bei dem jeder mitbringt, was er essen mag und darf anstatt einer verstaubten Kaffeetafel mit Kuchen, bei dem die Himbeeren noch gefroren sind und Kaffee bei dem man das Gefühl hat, die Galle möchte einem aus dem Körper raus springen.

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