Dies ist eine Schritt-für-Schritt Nähanleitung für eine Bluse mit Kimonoärmel. Ich hab sie ein bisschen im 1910er Stil genäht und mit Baumwoll-Spitze verziert.
Kimonoärmel sind perfekt, wenn man keinen Bock auf komplizierte Ärmel hat und trotzdem gut angezogen sein möchte.
Zudem hat die Bluse keine Schulternähte, was das ganze noch mal um einiges vereinfacht und perfekt für ein Wochenendprojekt macht.
Inhaltsverzeichnis Bluse mit Kimonoärmel
Schnittmuster
Als Grundlage hab ich mir das Schnittmuster aus dem Buch „Historical Pattern Archive, Women’s Clothing 1837 – 1969“ vom Kleid „White and Blue Striped Linen Dress with Embroidered Decorative Details, 1910“ genommen.
Es ist ein zweigeteiltes Kleid mit Bluse und Rock, von dem ich nur das Oberteil Schnittmuster raus kopiert und ein wenig angepasst habe. z.B. hab ich beim Vorderteil eine verdeckte Knopfleiste mit eingezeichnet. Wenn die Knopfleiste 2 cm breit ist, musst du 6,5 cm mehr einzeichnen.
Für den Kragen legst du das Vorder- und Rückenteil auf den Tisch, sodass sie sich an der Schulter berühren und legst anschließend ein Stück Seidenpapier oder Schnittmusterpapier darüber, auf dem du den Kragen einzeichnest und ausschneidest.
Material
Als Stoff für die Bluse mit Kimonoärmel hab ich von MT Stofferie schönen Baumwollstoff genommen.
Je leichter der Stoff, um so schöner fällt natürlich der Kimonoärmel. Zu starken oder dicken Stoff würde ich eher nicht empfehlen, da sonst der Ärmel nicht so schön fällt.
Die benötigte Menge des Stoffes bekommst du ganz leicht raus, indem du das Schnittmuster auf den Tisch oder Fußboden legst.
Da die Bluse keine Schulternähte hat, musst du das Vorder- und Rückenteil an der Schulter zusammen hinlegen.
Dann misst du die Länge und Breite. Meistens reicht sogar die Länge, da die meisten Stoffe ja 1,4-1,5 m breit sind. In meinem Fall – Größe 36 – sind das dann ca. 1,2 m (inkl. Nahtzugabe).
Die benötigte Menge richtet sich auch danach wie lang der Oberkörper ist und wie lang die Bluse am Ende werden soll. Ich habs ja lieber etwas länger.
Die Baumwollspitze hab ich von Etsy. Da gibts ganz hübsche Shops.
Vorder- und Rückenteil auf Stoff übertragen
Und nun können wir auch schon loslegen. Wenn du wie ich auch auf Schulternähte verzichten möchtest, musst du das Vorderteil und Rückenteil so auf den Stoff legen, dass sie sich an der Schulter berühren.
Anschließend schneidest du es ringsherum mit Nahtzugabe aus. Das machst du für die rechte und linke Seite, denn im Rücken hat die Bluse eine Naht, die später zusammen genäht wird.
Ärmelbündchen umnähen
Kaum zu erkennen, aber oben das wird später mal der Ärmel. Das Bündchen hab ich zweimal umgeschlagen und umgenäht.
Knopflochleiste umbügeln
Nun kannst du die Knopflochleiste in ihre endgültige Position umbügeln. Sieht ein bisschen aus wie Zieharmonika.
Saum umbügeln
Zum Umbügeln des Saumes macht sich dieser kleine Helfer (auch genannt Bügellineal) besonders gut.
Kragen mit Vlieseline verstärken
Den Kragen hab ich am Rücken zusammengenäht. Man hätte ihn sicher auch aus dem Ganzen (ohne Naht) ausschneiden können.
Wichtig ist, dass eine oder beide Seiten (je nachdem wie steif man den Kragen haben möchte, mir reicht meist eine Seite) mit aufbügelbarer Vlieseline verstärkt werden. Dann bleibt er auch später noch schön in Form und verzieht sich nicht.
Kragen zusammennähen
Jetzt kannst du den Kragen, der ja doppelt ausgeschneidet werden muss, an den Außenkanten zusammennähen.
Er wird nachher umgestülpt und mit Beleg an den Ausschnitt der Bluse genäht.
Beleg an Kragen nähen
So wie den Kragen zeichnest du dir den Beleg ein und schneidest ihn dann aus Stoff aus.
Der Beleg muss höchstens 3 cm breit sein und wird innen an die offenen Kanten vom Kragen genäht und zwar mit der linken Seite (Innenseite) nach außen, da er später nach innen umgeklappt wird.
Kragen an Ausschnitt heften
Nun folgt der spannendste Teil und der Kragen wird an den Ausschnitt geheftet. Er sollte vorn die Knopfleiste schön abdecken.
Und fertig ist die Kimonobluse ohne Schulternähte. Mit Gürtel finde ich sie auch ganz schick.
