Nähanleitung Edwardianische Bluse mit Biesen

Nähanleitung: Edwardianische Bluse mit Biesen

Ich liebe die Edwardianische Mode (von 1900 bis 1912). Um genau zu sein, die Kleidung der Titanic Era. Alles war so feminin und die Schnitte so raffiniert. Daher gebe ich dir heute eine kostenlose Nähanleitung: Edwardianische Bluse mit Biesen.

Diese Biesenbluse kann man auch perfekt im Alltag anziehen. Sie ist nicht allzu ausgefallen, aus einfacher Baumwolle, aber dennoch schick mit einem Hauch Nostalgie. Somit kannst du historische Kleidung alltagstauglich umsetzen und am Ende eine mit Biesen verzierte Bluse selber nähen.

Inspiration für die Bluse

Inspiration dafür hat mir die Serie Downton Abbey gegeben. Wer die Serie kennt, weiß, dass das Küchenmädchen Daisy ziemlich am Anfang der Serie ein Kleid aus rosa gestreiftem Baumwollstoff trägt. In den Stoff hab ich mich sofort verliebt und Gott sei Dank einen ganz ähnlichen gefunden. 

Den Schnitt habe ich ein bisschen von Lady Sibyll abgeguckt. Sie trägt auch am Anfang der Serie eine rosae Bluse mit Gürtel, Biesen vorn und spitzem Kragen. Den Stoff hab ich von Maries Kit, einem Shop mit herrlichen Naturstoffen.

Nähanleitung: Edwardianische Bluse mit Biesen
Nähanleitung: Edwardianische Bluse mit Biesen

Inhalt Nähanleitung: Edwardianische Bluse mit Biesen.

Schnittmuster

Für die Bluse hab ich mir mein Grundschnittmuster genommen und darauf beim Vorderteil die Biesen eingezeichnet (parallel zur Knopfleiste). Je nachdem wie viele Biesen man hat und wie breit sie sind, muss man das Vorderteil-Schnittmuster breiter machen.

Ich habe 5 Biesen á 1 cm und keinen Zwischenraum zwischen den Biesen. Daher habe ich mein Vorderteil um 10 cm verbreitert und zusätzlich noch um 5 cm für eine 2 cm breite Knopfleiste. Also insgesamt muss eine Seite des Vorderteils 15 cm breiter sein.

fertige Biesen

Nachdem ich das Vorderteil aus dem Stoff ausgeschnitten habe, habe ich als erstes die Biesen eingezeichnet und genäht.

Wenn man zuvor beim Seidenpapier die Biesen eingezeichnet und gefaltet hat, kann man das Vorderteil gut an die Schneiderpuppe anhalten, um zu schauen, ob alles passt. 

Die Biesen werden dann zur Mitte hin gelegt und glatt gebügelt. Wie lang man sie näht, ist Geschmackssache. Ich habe sie ca. bis 3-3,5 cm oberhalb der Brustlinie genäht.

Anprobe Vorderteil

Zwischendurch immer wieder an der Schneiderpüppi anprobieren, ob auch alles passt. So lassen sich Fehler schneller erkennen.

Rückenteil

Die beiden Rückenteile werden mit einer französischen Naht zusammen genäht. Durch die Rückennaht sitzt das Rückenteil besser.

Knopfleiste nähen

Die Knopfleiste wird nach innen gefaltet, sodass sie 2 cm breit ist. Anschließend wird sie noch einmal 1 cm umgeschlagen.

Dann wird sie von innen am unteren Saum angenäht (nach oben etwas Abstand lassen, siehe Foto) und anschließend umgestülpt. 

Danach wird die Knopfleiste von innen angenäht. Vorher nicht vergessen mit Saumband zu verstärken!

Knopflöcher

Nun kann man direkt auch die Knopflöcher nähen. Ich hab sie mit dem Knopflochfuß der Nähmaschine genäht. 

Danach werden die Schulternähte von Vorder- und Rückenteil zusammen genäht. Ich hab mich für die französische Naht entschieden, da der Stoff sehr dünn und locker gewebt ist.

Muster für Kragen anfertigen

Um den Kragen zu konstruieren legt man das Schnittmuster vom Vorder- und Rückenteil an der Schulter zusammen. Nun legt man Transparentpapier oder Seidenpapier drauf und zeichnet den Ausschnitt ein, sowie den Kragen.

Ich schneide den Kragen immer erst mit Musterstoff aus, um zu schauen, ob er auch passt. Wenn nicht, kann man da noch Änderungen vornehmen. 

Kragen mit Vlieseline verstärken

Ganz wichtig ist es, dass der Kragen immer mit Vlieseline verstärkt wird. Sonst kann er sich später verziehen oder er fällt nicht so schön. Ich hab dafür aufbügelbare Vlieseline H180 genommen. 

fertiger Kragen mit Spitze

Vor dem zusammennähen des Kragens wird die Klöppelspitze auf die Rechte Seite des Kragens genäht. Anschließend wird die zweite Lage vom Kragen mit der linken Seite nach außen draufgelegt und angenäht. 

Beim Umstülpen liegt nun die Spitze genau zwischen den zwei Kragenlagen.

Ringsherum hab ich den Kragen noch einem mit einem 3 mm Stich abgesteppt.

Kragen annähen

Der Kragen kann jetzt auf das Oberteil gesteckt werden. Aufpassen, dass er rechts und links mit gleichem Abstand festgesteckt wird und nicht schief sitzt. 

Für das Annähen des Kragens hab ich aus dem gleichen Stoff noch einen 4 cm breiten Streifen zurecht geschnitten. Der Streifen wird wie das Schrägband gefaltet und gebügelt. 1 cm wird jeweils nach innen zum Annähen umgebügelt. 

Das Schrägband steckt man außen rechts auf rechts an den Kragen und Ausschnitt. Bevor man es jedoch annäht, ist es am besten das Ende wie auf dem Foto innen an der Außenkante der Knopfleiste anzunähen. Durch das Umklappen ergibt sich dann ein sauberer Abschluss. 

Der fertig angenähte Kragen sollte dann so aussehen. Von innen wird das Schrägband natürlich auch ringsherum angenäht. 

Ärmel annähen

Für die Ärmel hab ich mir den Grundschnitt so abgeändert, dass ich in der Mitte und unten den Ärmel weiter gemacht habe. Oben wird der Ärmel vor dem Annähen gerafft. Danach wird er mit französischer Naht angenäht. 

Die Seitennaht bleibt noch offen!

Der fertig angenähte Ärmel sollte dann so aussehen. 

Ärmelbündchen

Vor dem Schließen der Seitennaht wird das Ärmelbündchen angenäht. Meins ist ca. 2 cm breit.

Da der Ärmel breiter ist, als das Bündchen, wird er vorher gerafft. Anschließend wird das Bündchen von außen rechts auf rechts an den Ärmel geheftet und genäht. Von innen hab ich das Bündchen per Hand angenäht.

Seitennaht schließen

Zum Schluss werden die Seitennähte ebenfalls mit französischer Naht geschlossen. Dabei drauf achten, dass sich unter der Achsel die Nähte schön kreuzen. 

Rückseite

Die Rückseite der fertigen Biesenbluse.

Für einen authentischen Look hab ich mir aus einem Stoffstreifen noch einen einfachen Gürtel zum Binden genäht. 

Ich wünsche dir nun viel Spaß und Inspiration beim Nachnähen. 

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